Alle Beiträge von Micha

Auf ein Neues

Ebenso wie Licht und Schatten gehören Anfang und Ende zusammen. Das eine geht nicht ohne das andere. Und was für ein Jahr liegt nun bald hinter uns, geht bald zu Ende. Ist das aber schon ein neuer Anfang? Neben Corona war 2020 eine unerwartet harte Herausforderung. In vielerlei Aspekten. Zum Jahresende läßt sich das aber nicht einfach abschließen. Aber vielleicht der Weg einer Sache zu begegnen. Eine Art und Weise einen Umstand zu handhaben. Vieleicht ist es der Moment, Vorsätze etwas ernster zu nehmen. Aus dem Schatten heraus ins Licht zu treten. Wir wollen nicht mehr auf Chancen warten, wir wollen sie schaffen.

Auf ein Neues! Ein neues Jahr 2021!

Wenn die Seele schrei(b)t

Es gibt oder gab in meinem bisher gut vier Dekaden zählenden Leben nur wenige Menschen, die es geschafft haben mich nachhaltig zur sprichwörtlichen Weißglut zu bringen. Die in mir das Gefühl erzeugen alles und jeden in Frage stellen zu müssen. Die mich in meinen Gedanken Nacht um Nacht wach halten. Die mich emotional an meine Grenzen bringen und meine eigentlich offene, demokratische und zugewandte Weltanschauung durchaus ins Wanken bringen.

Doch leider weiß das Leben einem immer noch einen drauf zu setzen. Danke dafür.

Denn ich durfte tatsächlich noch ein Paar Menschen kennen lernen, die es aus eigenem Tun hinbekommen haben in meiner Betrachtung und Achtung vom Höchsten zum Tiefsten zu fallen. Die es geschafft haben meine Hochachtung in Verachtung zu verwandeln. Und es ist schon eine beachtliche Leistung sich selbst so allumfassend zu demontieren und noch beachtlicher, das in voller Überzeugung des eigenen angeblichen Könnens und Schaffens zu tun. Diese Menschen bringen mich dazu mich so unendlich leer und verloren und gleichzeitig so gänzlich angefüllt von Wut zu fühlen, dass ich schon gar nicht mehr explodieren sondern implodieren möchte. Menschen, die mich Emotionen in völlig neuen Qualitäten fühlen lassen. Die mich verzweifeln lassen. Die mich auf eine Art und Weise gefangen halten, wie ich es nicht für möglich hielt. Die mich in der schlimmsten Bedeutung des Wortes sprachlos machen, weil ich einfach nicht verstehen kann, dass es solche Menschen wirklich gibt. Unbegreiflich fasst für mich schon gar nicht mehr, was diese Menschen für mich sind. Einfach nur unglaublich.

Und ich sitze tatsächlich hier und hinterfrage mich selbst. Ich weine, schreie und zweifle. Etwas, das diesen Menschen völlig fremd ist. Menschen, die empathiefrei und ohne Blick und Gefühl für andere nutzen, was sie brauchen und wegwerfen was ihnen unbequem erscheint. Die darauf aufbauen immer wieder hilfreiche Dummerchen zu finden, die den Mist für sie erledigen, weil die ganze Welt besser ist als sie. Sie haben einen beachtlichen Verschleiß an guten Mitarbeitern, Freunden und Unterstützern vorzuweisen. Alles Leute, die im Namen der guten Sache ihren Mund gehalten haben. Die das Leid getragen und mit sich genommen haben. Und sie merken nichts. Sehen sich nicht auf der Seite der Verursacher. Betrachten sich nicht kritisch. Lernen nicht dazu. Wachsen nicht mehr, wenn sie es denn jemals konnten.

Und ich sitze tatsächlich hier und hinterfrage mich selbst. Frage ob ich etwas anders oder besser hätte machen können. Was wäre wenn gewesen? Und nach all den Monaten des Hoffens und Abwartens, der ungenutzten Chancen und verweigerten Angebote treibt mich dieses Fragen in eine neue Richtung. Eine Art zu denken, wie sie mir nicht gefällt. Diese Menschen wecken in mir das Schlechte. Ich will, dass sie fühlen, dass sie verstehen. Sie lassen mir keine andere Wahl. Denn würden sie sich nur selbst schaden, wäre ich gegangen wie alle anderen. Doch sie schaden Unbeteiligten. Sie leben rückwärtsgewandt und ichbezogen. Machen sich alles Gute zu Eigen, obwohl es die guten Taten andere sind. Sie sonnen sich im Glanze längst vergangener Zeiten und merken nicht, dass sie auf den Abgrund zusteuern. Ein Abgrund den sie selbst aufgebrochen haben. Sie lernen nicht dazu und wollen es wohl auch gar nicht. Sie tun mit Leid. Genauso sehr wie ich sie verabscheue.

Rücksicht mit den Rücksichtslosen

Die Klagen über die Verrohung der Welt sind nicht neu. Schon im alten Griechenland beschrieben Lehrer und Alte, dass die Jugend Anstand, Fleiß und Respekt verlieren würde. Und heute? Dieselbe Klage. Und tatsächlich muss ich mich doch oft dieser klagenden Worte anschließen. Egal ob in Schule, Beruf, bei Veranstaltungen oder einfach nur im öffentlichen Alltag. Wenn ich mich an meine Kindheit und frühe Jugend zurückzuerinnern versuche, stoße ich oft auf vergleichbare Situationen im Heute, die ich mir so vor nur 20 Jahren niemals hätte vostellen können – oder zumindest nicht in dieser Regelmäßigkeit und Heftigkeit. Da frage ich mich schon wieso und woher. Ist das Leben wirklich schwerer und gefährlicher geworden? Oder ist gerade das Gegenteil der Fall? Haben wir zu viele Wahlmöglichkeiten und der ganze Luxus überfortet uns? Sind wir unfähig, unwillens oder einfach zu faul geworden? Haben wir zu wenig oder zu viel Freiraum und Freizeit? Wie sieht es mit der Erziehung im Allgemeinen aus? Sind wir nicht offen und wohlwollend genug mit unserem eigenen Nachwuch oder übetreiben wir es damit allzuoft? Sind wir uns selbst gengenüber womöglich zu wohlwollen, also einfach egoistisch oder legen wir die Ansprüche so hoch, dass wir nur mit Überforderung und Barschheit reagiern können? Antworten oder zumindest Thesen können viele wissenschaftliche Disziplinen anbieten. Aber wie sieht es aus mit den Lösungen? Oder doch wenigstens Lösungsvorschläge. Ideen gäbe es einige. Aber eben genau zu deren Umsetzung benötigt die Gesellschaft Einigkeit. Und früher wie heute ist das die Herausforderung. Gemeinsamkeiten im alltäglichen Umgang miteinander finden und sich vielleicht auch mal gegen den eigenen inneren Impuls an diese halten. Solche Normen und Werte sind nicht neu, ja sie verändern sich auch im Laufe der Zeit, haben kulturelle Färbungen. Und trotzdem drehen sie sich doch oft um gleiche oder zuminderst vergleichbare Grundhaltungen einer sozialen Gesellschaft. Sie sind eben nicht einfach nur konservativ oder altmodisch. Denn kann vorausschauendes, rücksichtsvolles Handeln überhaupt aus der Mode kommen? Normen und Werte haben eben nicht nur begrenzende, sonder auch befreiende Wirkung. Sie sind Grundlage für das Gelingen all der flüchtigen oder intensiveren Begegnungen mit Anderen. Sie geben eine Richtung vor, eine Richtschnur an der man sich ausrichten kann. Liegt in diesen Worten nun nur zufällig auch ein „Richtig“ verpackt? Wir sollten uns all der kleinen Weisheiten, wie ich sie zum Beispiel aus meiner Kindheit kenne, bedienen, die heute leider viel zu oft als altbachen abgetan und damit vergessen werden. Wie eben “ Was du nicht willst, das man dir tut…“, oder auch „Die eigene Freiheit hört da auf, wo…“. Wir alle sollten versuchen „Mit gutem Beispiel voran zu gehen.“ Das mag und kann, ja soll nicht immer zu 100% gelingen, aber eben oft genug, dass wir uns erlauben Rücksicht zu nehmen. Auf andere und damit auch auf uns. Wir können uns zurücknehmen ohne uns selbst immer nur hinten anzustellen. Wir sollten uns öfter fragen, ob uns diese eine Situation wirklich schadet, wenn wir auch einmal zurückstecken. Diese Situationen können freilich für jeden etwas anderes sein und bedeuten, aber eine Grundlage könnten sie durchaus bilden. Die Grundlage für ein etwas friedlicheres Miteinander, das die Alten und Gelehrten vielleicht auch einmal lügen straft.

© MR

Pause

Kopf und Herz liefern stetig Ideen. Der Bauch jedoch nicht den Mut mich damit tatsächlich zu befassen. Die Arbeit läßt keine Zeit – aber zumindest eine mittelprächtige Ausrede.

 

Dumm  nur, dass ein Gipsfuß mir diese gerade zunichte macht.

Freiheit

Es gibt viele verschiedene Formen und Definitionen von Freiheit. Dazu gehören die Meinungsfreiheit und die Entscheidungsfreiheit bzw. Wahlfreiheit. Was aber viele vergessen ist, dass die freie Entscheidung eine frei getroffene Meinung oder Wahl zu hinterfragen, zu prüfen oder gar abzulegen ebenfalls Ausleben und Ausdrücken dieser Freiheiten ist. Zudem vergessen viele weiter, dass die freie Entscheidung eine frei getroffene Meinung auch einmal für sich zu behalten – egal ob einfach nur aus Rücksicht oder Höflichkeit oder gar zum allgemeinen Wohle Vieler – unverzichtbarer Betstandteil dieser Freiheiten ist.

Entscheidungsfindung

Das Finden einer Entscheidung kann der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen gleichen. Oder sich im Treffen einer Wahl zwischen Pest und Cholera offenbaren. Das Finden beinhaltet aber immer doch einen Anteil von Glück – meint es doch auch das Teilchen Zufall, das man zum Finden nun einmal braucht. Egal wie viele sinnvolle und überflüssige Gedanken man sich gemacht, welche Quellen man befragt und wie tief man geforscht und studiert hat.

Und doch hat ein kluger Mann einmal gesagt: „Dass schlimmste ist, sich nicht zu entscheiden.“ Es sollte – muss also der Punkt kommen, an dem man sich entscheidet. Und auf sich und sein Quäntchen Glück vertraut.

Nachtrag:

Ist sich nicht zu entscheiden eigentlich auch eine Entscheidung?

Silvestermenü in Arbeit…

To do – Liste

  1. Vollständige Einkaufsliste geschrieben → check
  2. Vollständig eingekauft → check (außer Salat!!!!!)
  3. Mögliches vorgekocht / vorbereitet → check
  4. Gästeklo geputzt → check          Äh, frische Handtücher nicht vergessen!!!!
  5. Menükarte und Tischdeko überlegt → check
  6. Abgestaubt → check
  7. Getränke kalt gestellt → check (ob 6 Flaschen Wein und 4 Flaschen Champus reichen??)    Oh ja, Wasser muss noch mit!!
  8. Staubgesaugt → check (Morgen nochmal grob durch, Hundehaahre halt.)
  9. An der Garderobe Platz geschaffen → check
  10. Badbelegundplan für morgen abgesprochen → hm, naja, irgendwie.. check

11. Vollständige To Do – Liste geschrieben → check, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt…

… und selbst wenn, wir kriegens hin und haben Spaß dabei!

 

Der Countdown läuft!

 

Was dazwischen liegt…

Keine Angst! Hier wird (noch) nicht philosophiert. Passt aber gerade so gut zum Thema „mittendrin“. Sozusagen dazwischen. Also zwischen Weihnachten und Neujahr. Komische Zeit. Schöne Zeit. Es ist alles so ruhig und entspannt. Der für so viele ach so aufregende Feier-Familien-Marathon ist vorüber. Und doch ist alles in Bewegung. Aufräumen und doch schon wieder vorbereiten. Gansreste verfüttern und dabei das Silvestermenü planen. Zwei Wochen Ferien, in denen so viel los ist und man sich meistens so viel vornimmt – und vieles ja auch schafft, und trotzdem vieles liegen bleibt. Eine Zeit dazwischen. Zwischen Hoffen und Bangen. Zwischen Familienlust und Familienfrust. Zwischen Schaffen und Versäumen. Zwischen Föllerei und guten Vorsätzen. Zwischen Jahresausklang und Neubeginn. Und diese Zeit hält meistens alles bereit: von grauschwarz bis quitschbunt. Ich hoffe ihr könnt das genauso genießen wie ich, die Zeit mittendrin im Leben.